Dehydratation ist ein häufiger Befund in der Kleintiermedizin und kann mild bis lebensbedrohlich sein. Der Körperwasseranteil beträgt beim adulten Hund ca. 60 % und bei der Katze ca. 60-65 % des Körpergewichts. Eine Dehydratation von mehr als 10-12 % ist lebensbedrohlich.
| Dehydratation (%) | Hautturgor | Schleimhäute | KFZ | Weitere Befunde |
|---|---|---|---|---|
| < 5 % | Normal | Feucht | < 2 s | Keine klinischen Zeichen |
| 5-6 % | Leicht vermindert | Leicht klebrig | 2-3 s | Milde Lethargie |
| 7-8 % | Deutlich vermindert | Trocken | 3 s | Eingesunkene Augen |
| 10-12 % | Hautfalte steht | Sehr trocken | > 4 s | Schock, Tachykardie |
Achtung: Der Hautturgor kann bei kachektischen oder adipösen Tieren täuschen. Bei kachektischen Tieren ist der Turgor falsch vermindert, bei adipösen Tieren falsch normal. Immer mehrere Parameter zusammen beurteilen und den Total Body Water Calculator zur Berechnung nutzen.
Formel: Körpergewicht (kg) × Dehydratation (%) × 10 = Defizit (ml). Beispiel: Eine 4 kg schwere Katze mit 8 % Dehydratation hat ein Defizit von 4 × 0,08 × 1000 = 320 ml.
Zusätzlich zum Defizit den täglichen Erhaltungsbedarf (40-60 ml/kg/Tag) und laufende Verluste (Erbrechen, Durchfall) einberechnen. Das Defizit über 12-24 Stunden ausgleichen.
- Mehrere Parameter beurteilen — Hautturgor, Schleimhäute, KFZ und Allgemeinzustand.
- Defizit + Erhaltung + Verluste — drei Komponenten der Flüssigkeitsberechnung.
- Vorsicht bei Katzen und Herzkranken — Überladungsgefahr bei zu schneller Infusion.
- Regelmäßig neu beurteilen — Dehydratationsgrad und Therapieerfolg kontrollieren.