Hyperkaliämie (K⁺ > 5,5 mEq/L) ist ein potenziell tödlicher Notfall, der zu Herzrhythmusstörungen bis hin zum Herzstillstand führen kann. Häufige Ursachen sind akutes Nierenversagen, Harnwegsobstruktion (besonders bei Katern), Morbus Addison und Reperfusionssyndrom.
| K⁺-Spiegel (mEq/L) | EKG-Veränderung | Klinische Bedeutung |
|---|---|---|
| 5,5-6,5 | Hohe, spitze T-Wellen | Frühzeichen, Monitoring |
| 6,5-7,5 | Verlängertes PR-Intervall, flache P-Wellen | Therapie einleiten |
| 7,5-8,5 | P-Wellen verschwinden, QRS verbreitert | Sofortige Therapie! |
| > 8,5 | Sinuswellen-Muster, Kammerflimmern | Lebensbedrohlich! |
Achtung: Bei EKG-Veränderungen sofort Calciumgluconat 10 % (0,5-1,0 ml/kg IV langsam über 10-15 Minuten) verabreichen. Calciumgluconat senkt den Kaliumspiegel nicht, sondern stabilisiert das Myokard und schützt vor Arrhythmien. EKG-Monitoring während der Infusion ist obligat!
- Myokardprotektion: Calciumgluconat 10 % — 0,5-1,0 ml/kg IV über 10-15 min (Wirkung in Minuten)
- Kalium intrazellulär verschieben: Insulin regulär 0,5 U/kg IV + Dextrose 2 g pro Einheit Insulin
- Natriumbikarbonat: 1-2 mEq/kg IV bei metabolischer Azidose (treibt K⁺ in Zellen)
- Kalium eliminieren: Flüssigkeitstherapie (Diurese), Schleifendiuretika, ggf. Dialyse
- Ursache behandeln: Harnwegsobstruktion beheben, Nierenversagen therapieren
- EKG sofort ableiten — bei Verdacht auf Hyperkaliämie noch vor dem Laborergebnis.
- Calciumgluconat ist Erstlinientherapie — stabilisiert das Herz, senkt K⁺ nicht.
- Insulin + Dextrose — verschiebt Kalium in die Zellen, Wirkung in 15-30 Minuten.
- Ursache identifizieren und behandeln — Obstruktion, Nierenversagen, Addison.