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Säure-Basen-Störungen und Blutgasanalyse in der Tiermedizin

Systematische Interpretation von Blutgasanalysen bei Hund und Katze. pH, pCO₂, HCO₃⁻, Anionenlücke und kompensatorische Mechanismen verstehen.

7 Min. Lesezeit2026-03-04
Blutgasanalyse TiermedizinSäure-Basen-HaushaltAnionenlücke Tiermedizin
PetMed AI Veterinary TeamVerified

Reviewed by Licensed DVM Professionals

Evidence-BasedPeer-Reviewed SourcesLast updated: 2026-03-04
Wussten Sie?

Säure-Basen-Störungen gehören zu den häufigsten Befunden in der Notfallmedizin. Eine systematische Interpretation der Blutgasanalyse ermöglicht die korrekte Diagnose und gezielte Therapie. Der normale arterielle pH-Bereich bei Hund und Katze liegt bei 7,35-7,45.

7,35-7,45
Normaler pH
35-45
pCO₂ (mmHg)
18-24
HCO₃⁻ (mEq/L)
4-Schritte-Interpretation der Blutgasanalyse
  1. pH beurteilen: < 7,35 = Azidämie; > 7,45 = Alkalämie
  2. Primäre Störung identifizieren: pCO₂ (respiratorisch) oder HCO₃⁻ (metabolisch)
  3. Kompensation prüfen: Erwartete kompensatorische Antwort berechnen
  4. Anionenlücke berechnen: AG = Na⁺ - (Cl⁻ + HCO₃⁻); normal: 12-24 mEq/L
Übersicht der Säure-Basen-Störungen
Störung pH pCO₂ HCO₃⁻ Häufige Ursachen
Metabolische Azidose ↓ (Komp.) DKA, Nierenversagen, Laktatazidose
Metabolische Alkalose ↑ (Komp.) Erbrechen, Diuretika
Respiratorische Azidose ↑ (Komp.) Hypoventilation, Atemwegsobstruktion
Respiratorische Alkalose ↓ (Komp.) Hyperventilation, Schmerz, Angst

Achtung: Eine erhöhte Anionenlücke (> 25 mEq/L) deutet auf eine schwere metabolische Azidose hin — denken Sie an Ethylenglykolvergiftung, DKA, Laktatazidose oder Urämie. Nutzen Sie den Blood Gas Interpreter für automatische Berechnungen.

Klinische Relevanz und Therapie

Die Therapie richtet sich nach der zugrunde liegenden Ursache. Bikarbonat-Substitution ist nur bei schwerer metabolischer Azidose (pH < 7,1) indiziert. Bei respiratorischen Störungen steht die Atemwegsmanagement im Vordergrund.

Wichtige Erkenntnisse
  • Systematisch vorgehen — pH → Primärstörung → Kompensation → Anionenlücke.
  • Anionenlücke immer berechnen — erhöhte AG = versteckte Säurebelastung.
  • Ursache behandeln, nicht nur die Zahlen — Grunderkrankung identifizieren.
  • Gemischte Störungen bedenken — mehrere Störungen können gleichzeitig vorliegen.

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