Flüssigkeitstherapie ist eine der am häufigsten eingesetzten Behandlungen in der Tiermedizin. Der tägliche Erhaltungsbedarf wird auf 40-60 ml/kg/Tag beim Hund und 40-50 ml/kg/Tag bei der Katze geschätzt. Die korrekte Berechnung ist entscheidend für den Therapieerfolg.
| Eigenschaft | Kristalloide | Kolloide |
|---|---|---|
| Beispiele | NaCl 0,9 %, Ringer-Laktat | Hetastärke, Gelatine |
| Verweildauer intravasal | 20-30 Minuten | 4-6 Stunden |
| Bolus-Dosis (Hund) | 10-20 ml/kg | 5 ml/kg |
| Indikation | Dehydratation, Erhaltung | Hypoalbuminämie, Schock |
| Risiken | Verdünnungskoagulopathie | AKI, Koagulopathie |
Das Flüssigkeitsdefizit berechnet sich als: Körpergewicht (kg) × Dehydratationsgrad (%) × 10 = Defizit in ml. Beispiel: Ein 20 kg schwerer Hund mit 8 % Dehydratation benötigt 20 × 0,08 × 1000 = 1600 ml Defizitausgleich.
Dieses Defizit wird über 12-24 Stunden ausgeglichen, zusätzlich zum Erhaltungsbedarf und laufenden Verlusten. Nutzen Sie den Fluid Therapy Calculator für automatische Berechnungen.
Achtung: Katzen und herzinsuffiziente Patienten sind besonders anfällig für Volumenüberladung. Anzeichen: erhöhte Atemfrequenz, seröser Nasenausfluss, Chemosis und Lungenödem. Infusionsrate anpassen und Körpergewicht mindestens zweimal täglich kontrollieren.
- Körpergewicht: Mindestens 2× täglich wiegen
- Urinproduktion: Ziel: 1-2 ml/kg/h
- Hämatokrit/TP: Verlaufskontrolle der Hämodilution
- Atemfrequenz: Anstieg = mögliche Überladung
- Kristalloide sind First-Line — für Dehydratation und Erhaltungsbedarf.
- Defizit + Erhaltung + laufende Verluste — alle drei Komponenten berücksichtigen.
- Katzen vorsichtig infundieren — niedrigere Raten und engmaschiges Monitoring.
- Monitoring ist essentiell — Gewicht, Urinproduktion und Atemfrequenz kontrollieren.