Hypokaliämie (K⁺ < 3,5 mEq/L) ist eine der häufigsten Elektrolytstörungen in der Kleintiermedizin. Sie tritt bei Erbrechen, Durchfall, Anorexie, Nierenerkrankungen und Schleifendiuretika-Therapie auf und kann zu Muskelschwäche, Ileus und lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen führen.
Achtung: Die maximale sichere Infusionsrate für Kalium beträgt 0,5 mEq/kg/h. Eine zu schnelle Kaliuminfusion kann tödliche Herzrhythmusstörungen (Bradykardie, Asystolie) verursachen. KCl niemals als Bolus verabreichen!
| Serum-K⁺ (mEq/L) | KCl-Zugabe (mEq/L Infusion) | Max. Infusionsrate (ml/kg/h) |
|---|---|---|
| 3,5-5,5 (normal) | 20 | 25 |
| 3,0-3,4 | 30 | 18 |
| 2,5-2,9 | 40 | 12 |
| 2,0-2,4 | 60 | 8 |
| < 2,0 | 80 | 6 |
- Muskelschwäche: Generalisierte Schwäche, ventrale Halsflexion (typisch bei Katzen)
- Gastrointestinal: Ileus, Inappetenz, Obstipation
- Kardial: EKG-Veränderungen (flache T-Wellen, U-Wellen, ST-Senkung)
- Renal: Polyurie, Polydipsie, verminderte Konzentrationsfähigkeit
Verwenden Sie den Potassium Sliding Scale Calculator für exakte Berechnungen. Kalium stets über einen peripheren Venenkatheter verabreichen. Orale Supplementierung (Kaliumgluconat) bei milder Hypokaliämie bevorzugen.
Serum-K⁺ alle 4-6 Stunden kontrollieren, bis die Werte stabil im Normbereich liegen. Bei refraktärer Hypokaliämie an Hypomagnesiämie denken.
- Maximale Rate: 0,5 mEq/kg/h — niemals als Bolus verabreichen.
- Sliding-Scale-Protokoll verwenden — KCl-Zugabe nach Serumkaliumwert anpassen.
- Regelmäßiges Monitoring — K⁺ alle 4-6 Stunden bis Normalisierung.
- Ursache behandeln — Erbrechen, Durchfall oder Medikamente als Auslöser identifizieren.