Schmerzerkennung bei Tieren ist eine der größten Herausforderungen in der Tiermedizin. Tiere können Schmerz nicht verbal kommunizieren und zeigen oft subtile Verhaltensänderungen. Validierte Schmerzskalen ermöglichen eine objektive und reproduzierbare Schmerzbeurteilung und sind die Grundlage für ein effektives Schmerzmanagement.
| Skala | Spezies | Scoring | Analgesie-Schwelle |
|---|---|---|---|
| Glasgow CMPS-SF | Hund | 0-24 Punkte | ≥ 6/24 |
| Feline Grimace Scale (FGS) | Katze | 0-10 Punkte | ≥ 4/10 |
| Colorado State CSU | Hund/Katze | 0-4 Punkte | ≥ 2/4 |
| UNESP-Botucatu MCPS | Katze | 0-30 Punkte | ≥ 8/30 |
Die FGS bewertet fünf Gesichtsmerkmale der Katze, jeweils mit 0-2 Punkten:
- Ohrstellung: Nach vorne gerichtet (0) → seitlich abgeflacht (2)
- Orbitalverengung: Augen offen (0) → zusammengekniffen (2)
- Maulspannung: Entspannt (0) → angespannt (2)
- Schnurrhaarposition: Locker (0) → nach vorne gestreckt und gespreizt (2)
- Kopfposition: Über Schulterlinie (0) → unter Schulterlinie, eingezogen (2)
Achtung: Schmerzbeurteilung immer vor und nach Analgesie durchführen. Ein sinkender Score nach Schmerzmedikation bestätigt die korrekte Therapie. Katzen, die sediert oder unter Narkose sind, können nicht mit der FGS beurteilt werden. Nutzen Sie die Pain Scale AI für bildgestützte Schmerzbeurteilung.
Moderne Schmerztherapie ist multimodal — Kombination verschiedener Wirkstoffklassen (NSAID + Opioid + Lokalanästhesie). Regelmäßige Reassessments mit validierten Skalen alle 4-6 Stunden. Dosierungen im Drug Formulary nachschlagen.
- Validierte Skalen verwenden — subjektive Einschätzung allein ist unzuverlässig.
- Analgesie-Schwelle kennen — GCMPS ≥ 6/24, FGS ≥ 4/10.
- Regelmäßig reassessieren — Schmerzscore vor und nach Therapie vergleichen.
- Multimodale Therapie bevorzugen — bessere Analgesie bei weniger Nebenwirkungen.